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Taquile ist eine Insel im Titicacasee, dem mit einer Fläche von über 8000 qkm größten Süßwassersees Südamerikas. Bekannt wurde die Insel durch die strickenden Männer von Taquile. Sie gehören sogar zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.
Bei unserem Besuch auf der Insel übernachteten wir bei den Ureinwohnern, den Quechua. Sie ließen uns für zwei Tage in ihr Leben eintauchen. Dieses ist sehr einfach und ursprünglich geprägt. Es gibt weder Strom, noch fließend Wasser. Das muss täglich, mitunter mehrmals, aus dem See geschöpft und nach Hause transportiert werden. Ein anstrengendes Unterfangen, denn die Insel ist sehr gebirgig.
Die Gemeinschaft lebt unabhängig und sehr stark vom Kunsthandwerk, dem Weben und Stricken. Die Männer treffen sich abends auf dem Dorfplatz zur gemeinsam Handarbeit. Die Kunstwerke sind bei den Touristen sehr beliebt. Die Wolle hat sowohl von der Haptik als auch von der Qualität feinste Eigenschaften. Schließlich ist sie von den eignen Schafen gesponnen. Die Stärke der Wolle liegt weit unter der unserer Sockenwolle. Die Stricker*innen unter euch wissen, was das bedeutet. Die Muster sind komplex und äußerst filigran. Es war eine große Freude, diesen flinken und geschickten Händen bei der Arbeit zuzuschauen.
Eine ganz besonders edle Mütze stricken jene Männer, die bald heiraten. Die Hochzeitsmütze gilt quasi als Eintritt in den Ehestand. Bevor die Mütze nicht fertig gestrickt ist, darf nicht geheiratet werden. Ich finde das eine außergewöhnliche Geste und wunderschöne Vorbereitung auf diesen besonderen Tag im Leben.
Foto: Achim Liepold
Das Bild zeigt die Szene auf dem Dorfplatz von Taquile.
